Jahresrückblick 2023: Atmen und andere Krisen

von | Dez 20, 2023 | Rückblicke und Zukunftsblicke | 6 Kommentare

Judith Peters veranstaltet nun schon das sechste Jahr eine Jahresrückblog-Challenge. Gemeinsam mit vielen anderen Bloggerinnen und Bloggern habe ich, dieses Jahr zum ersten Mal, meinen Jahresrückblick verbloggt. Viel Spaß beim Lesen und hinterlass mir gerne einen wertschätzenden Kommentar.

Dieser Tage fand ich eine von gefühlt Millionen ungeöffneter Mails in dieser Vorweihnachtszeit in meinem Postfach und las dann die folgenden Worte:

Great things are done by a series of small things brought together.

Vincent van Gogh

Ich hatte ursprünglich ein anderes Zitat ausgewählt, um meinen Jahresrückblick 2023 zu beginnen, doch dieses Zitat fand mich zu einem fragilen Zeitpunkt und traf mich mitten ins Herz. Die Mail ging dann folgendermaßen weiter, und das war nicht weniger herzerwärmend:

Read that again, Ulrike, and take a look back at all the things you did this year that have brought you to where you are now.

Are you feeling proud? You better be. 

Christelle & Stefanie von www.creativecraftingclub.com

Ich habe das in diesem Moment so sehr gebraucht. Natürlich war dies wie viele andere Mails zuvor, eine generelle Mail, für Jedermann geschrieben, aber es bedeutet für mich in dem Moment, ja, es ist so viel passiert. So viele kleine Dinge, die dann das große Ganze für dieses Jahr ausmachen. Wären diese kleinen Dinge aber nicht geschehen, gäbe es auch kein großes Ganzes, worüber ich so dankbar bin.

Mein Rückblick auf meine eigenen 2023-Ziele

Im vergangenen Jahr befand ich mich im Dezember irgendwie an dem gleichen Punkt, dass alles auf einmal passierte; es war einfach zu viel. Alles kam zusammen. Konzerte, Geschenke suchen, das Haus weihnachtlich herrichten…dabei hatte ich mich doch mit Absicht aus allem rausgehalten. Die Erwartungen an mich, an meine Rolle und vor allem meine eigenen Erwartungen, die der Kinder… Ich entschied mich also, das Leben im neuen Jahr bewusst(er) wahrzunehmen, zu leben wie es auch mein Körper vorgibt, mir Pausen zu nehmen, wenn ich sie brauchen würde.

Ulrike Kesse mit gestreiftem, bunten Tuch auf dem Kopf, Augen geschlossen
Ich nehme mir Pausen.

Ja, das Ende ist folgendes: nix wurde draus… hier meine Ziele für das Jahr, insofern ich mir vorher Gedanken darüber gemacht habe:

  • Meine eigene Webseite ✅ Viel später als gedacht, aber endlich habe ich es geschafft. Viele, viele kleine Schritte waren nötig und ein großes Stück Courage, trotz der spürbaren Angst, zu veröffentlichen wie sie dann am Ende war.
  • Zyklisches Arbeiten ❎ Noch im Januar dachte ich, yeah, das wird was, aber denken wir das nicht alle.
  • Testrunde des virtuellen Feriencamps ❎ Was soll ich sagen… 2024 kann kommen, richtig?!

Das Schönste am Mensch sein, wir können aus Fehlern lernen und haben dann hoffentlich die Energie es besser zu machen.

Mein Jahresrückblick 2023

On the road again and again and again…

Im ersten halben Jahr sind wir viel unterwegs gewesen, also richtig viel! Verstehe mich bitte nicht falsch, ich mag es, zu reisen – wenn es auch immer einer Herausforderung bedeutet mit unseren Kindern, aber das erste halbe Jahr war einfach krass. Gefühlt sind wir aus einem Flugzeug ausgestiegen und im nächsten Wimpernschlag wieder eingestiegen.

Selfie von einer gähnenden Frau, sie hält die Hand vor den Mund und hat die Augen geschlossen
…gleich fliegen wir wieder…

Das Bild zeigt ziemlich genau, wie das stellenweise für mich war. Es ist immer ein Aufwand mit der Packerei, die Aufregung ob alles gut geht beim Zoll, Passkontrollen, Autofahrten, neue Umgebung… lest selbst, was wir so erlebt haben.

Verlobung, Hochzeit, Weihnachten und Silvester in Ghana

Wir haben die letzten zwei Wochen von 2022 und die erste des neuen Jahres bei der Familie in Ghana verbracht. Ich durfte einer traditionellen Verlobung und kirchlichen Hochzeit beiwohnen. Weihnachten verbrachten wir also ohne Schnee bei mindestens 30 Grad; den Jahreswechsel überstanden wir genauso gut ohne Berliner, aber mit Feuerwerk.

In einer Hotellobby steht ein großer künstlicher schön geschmückter Tannenbaum, darunter Gesschenke dekoriert. Die Decke ist sehr hoch und erinnert fast ein wenig an Fachwerk bzw Kirchendecken mit Holzbalken.
Weihnachten in Ghana

Es war so warm und schwül, mein Körper mochte dieses Wetter gar nicht. Der Deckenventilator lief non-stop und half nur semi. Mein Schwager hatte für den Wohnbereich eine Klimaanlage beschafft. Dort war es himmlisch. Der Strom fiel oft aus, aber das war – bis auf die Hitze – irgendwie in Ordnung, denn die Kinder hatten sich. (Good to know…Wer Teenager hat, weiß, dass ein Stromausfall bedeutet, dass es kein W-Lan gibt. Und DAS kann Krisen auslösen.)

Das Wahrzeichen des Platzes der Unabhängigkeit ist ein großes Tor, welches von einem schwarzen großen Stern geziert wird.
Der Platz der Unabhängigkeit in Accra, Ghana.

Es ist so schön, zu sehen wie sich meine Kinder sofort einleben, wenn wir an Orten sind, wo sie sich wohl fühlen. Sie haben ihre Cousins das letzte Mal vor 5 oder 6 Jahren gesehen oder mit ihnen Kontakt gehabt. Es ist schön und traurig zugleich, sie miteinander spielen zu sehen. Der nahende Abschied ist immer dabei und doch können sie sich den Momenten ganz hingeben. Durch die vielen Abschiede in ihrem jungen Leben, sind sie da schon recht kompetent. Ich will nicht lügen, es ist jedes Mal hart, zu gehen.

P.S. Mir wurde mit dieser Reise mal wieder bewusst, wie groß der afrikanische Kontinent ist, denn auf Karten ist das kaum zu sehen. Der Direktflug von Kairo nach Accra war 6 Stunden lang. Das ist fast nicht zu glauben. Wenn wir nach Deutschland fliegen sind wir je nach Strecke längst nicht so lange unterwegs.

Auf der Wandzeichnung befinden sich spielende, ghanaische Kinder in Autoscootern und einer Art Achterbahn.
Eine Wandzeichnungen an der Wand eines öffentlichen Pools. (Ghana)

Ich bin so unglaublich froh, dass wir geflogen sind, denn im Mai mussten wir ungeplant abermals nach Ghana fliegen – zu einer Beerdigung. Wenn ich die Bilder von Dezember betrachte und an den Mai denke, wird mein Herz schwer. Das Leben spielt uns manchmal Karten zu, die wir einfach unterbringen müssen, ob wir sie wollen oder gebrauchen können, ist völlig irrelevant.

Safari in die Weiße und Schwarze Wüste

Im Februar hatten die Kinder dann ein paar Tage frei und wir haben uns aufgemacht in die Weiße und Schwarze Wüste (Ägypten).

Es ist immer wieder ein Erlebnis wirklich in der Wüste zu campen und die pure Natur um dich herum zu spüren, die Weite und Unendlichkeit…

Mehrere gelb blaue Stoffzelte stehen nebeneinander und bilden mit einem größeren, dem Versorgungszelt, ein Camp. Letzteres ist nur in Teilen zu sehen. Im Vordergrund ist der Wüstenboden zu sehen und ein Land Cruiser von hinten auf der rechten Seite und im Hintergrund ein größerer Fels zentriert und links mehrere weitere Felsen.
Unser Camp in der Weißen Wüste
Ein Grill mit Geflügel im Vordergrund mit Feuer direkt auf dem Wüstenboden, drumherum großere Steinbrocken. Im Hintergrund die Weite der weißen Sandwüste
Grillen in der Wüste
Die Schwarze Wüste ist Wüstensand bedeckt mit schwarzen Vulkangestein. Links und rechts sind ehemalige Vulkane, die ausgebrochen sind und Vulkangestein hinterlassen haben. mittig verläuft ein Pfad. Meine Familie, welche den Pfad geht, nacheinander mit Abstand und von hinten zu sehen.
Wir gehen durch die Schwarze Wüste.
Sonnenuntergang in der Weißen Wüste
Der Sonnenuntergang ist faszinierend.

Es war echt kalt, aber sobald die Sonne einen „Fuß auf den Boden setzt“ wird es warm. Die Kinder lieben diese Freiheit. Mein jüngster mag die riesige Sandkiste, die beiden Großen spielen gerne Fußball und sie sind so aktiv wie sonst nie.

Deutschland einmal bei Regen und einmal bei Sonne

In Ägypten gibt im April und Mai viele Sandstürme. Die Luft ist so unsauber, dass es Warnungen gibt und auch die Kinder, das Schulgebäude nicht verlassen.

Ausblick aus dem Haus auf den Garten mit Pool und Palmen drum herum. Der Himmel sieht neblig aus, jedoch ist das Sand in der Luft.
Sandsturm in Kairo mit ungesunder Luftqualität

Die Kinder hatten im April zu Ramadan drei Wochen lang Ferien und da dachten wir, es wäre eine gute Idee, nach Deutschland zu fliegen, zu Ostern quasi, wenn auch Ostern dann schon fast rum war. Wir haben natürlich trotzdem noch Ostereier bemalt, versteckt und gesucht.

Warum müssen wir die Eier kalt essen?… Ja, is eben Tradition… Ich esse sie tatsächlich eigentlich auch lieber warm 😅. Da darf ne neue Tradition her, zumindest für das Essen der Eier.

Anekdote eines Expats: Mein Kind fragte mich…
In einer Eierpackung befinden sich weiße, aber mit Filzstiften bemalte Eier.

Was soll ich sagen, es hat fast die gesamten drei Wochen geregnet. Das Schöne für uns, es war egal! Wir haben seit Ewigkeiten keinen Regen gehabt (in Kairo) und haben uns richtig gefreut, konnten den Regen genießen.

Es war trotzdem Kontrastprogramm, aber wir haben unsere Stavanger-Tage wieder aufleben lassen. Da regnet es so viel, dass man unmöglich die ganze Zeit im Haus bleiben kann. Die Norweger sagen ja, dass es nur schlechte Kleidung, aber niemals schlechtes Wetter gibt! Daran haben wir uns also ein Beispiel genommen.

Ich kann mich noch erinnern, dass ich als Kind auch oft dann rausging, wenn es geregnet hat, alle anderen waren draußen, wenn es trocken war. 😅

blühende und offene rote Tulpen aus der Vogelperspektive fotografiert. Das Innenleben jeder einzelnen Blüte ist zu sehen.
Die Tulpen blühen.

Ich hatte sogar die Gelegenheit, meine Tulpen zu bestaunen. Deren Zwiebeln brachte ich vor Jahren aus den Niederlanden mit. Sie sind noch immer da und kommen jedes Jahr. Wir kommen sonst nie im Frühling, dabei ich mag den Frühling als Jahreszeit so sehr; meine Nase allerdings nicht. Mein Mann hat leider auch richtig gelitten. Im Frühjahr werden wir wohl nicht wieder kommen, wenn wir Einfluss darauf haben.

Wir sind dann einfach im Sommer erneut geflogen. 🥳

Im Juli war ich alleine mit den Kindern in Deutschland unterwegs, zunächst eine Woche bei meinen Eltern und dann noch in unserem Haus. Was zunächst als eine fixe Idee aus einem geplanten Blogartikel „Input auf Deutsch erhöhen“ entstand, wurde Wirklichkeit und ich weiß echt nicht, was mich geritten hatte, das zu planen und dann auch noch umzusetzen. Es war aufregend und es war schön und anstrengend.

Auf einem Bett liegen kleine Wäschestapel. Ein Kind packt einen Pullover auf einen der Stapel - es packt Wäsche für seinen Koffer.
Wir packen immer Wäsche für etwa 7 Tage.

Wir sind ohne Mietauto gereist. Normalerweise reisen wir mit dem Auto. Aus der alten Heimat sind wir mit dem Zug über 6 h nach Hause gefahren. Die Kinder hatten ihre Freude daran. Vor Ort sind wir mit dem Bus unterwegs gewesen oder zu Fuß… Nun, wir haben es geschafft und haben knapp vier Wochen in Deutschland verbracht. Mein Mann kam dann aber doch noch die letzte Woche dazu und wir sind gemeinsam zurück geflogen.

zugewachsener Teich
Die Natur in der alten Heimat ist so schön.

Auch hier ist es immer wieder erstaunlich wie sich die Welt dreht und dann für 2 bis 3 Wochen stehen bleibt, sich sogar in die Vergangenheit zurück zu katapultieren scheint. Es ist wie ein unwirkliches Trancegefühl, aus dem wir nach diesen Wochen dann wieder aufwachen und in unseren Alltag zurückkehren.

Schloss mit Graben drumherum
Auch die neue Heimat hat schöne Natur.

Ich muss vermutlich nicht erwähnen, dass der Abschied mit jedem Mal schwerer wird. Dieser Abschiedsschmerz wird langsam zu einem immerwährenden Begleiter, den man nicht los wird. Er ist wie ein Splitter, der unangenehm unter der Haut sitzt, er ist irgendwie auszuhalten, wenn auch schmerzhaft und man kann ihn nicht einfach entfernen.

Vier Kinder einigermaßen gleichmäßig verteilt auf einer Wippe.
Sie haben einander, immer!

Abschied und Loslassen sind schon seit Jahren treue Begleiter, so auch in diesem Jahr. Die einzige Beständigkeit liefert momentan unsere Familie. Wir sind uns oft nicht einig und streiten, und lachen und verbringen Zeit miteinander und ohne einander. In aller Unbeständigkeit haben wir einander und die Kinder haben sich. Ich wünsche mir, dass sie diesen Wert mit in ihr zukünftiges Leben nehmen. ❤

Bahnfahrt, viele Koffer im Fahrradabteil
Unsere Koffersammlung…

Aufgeben ist keine Option: Pläne und ihre Umsetzung

Wie oft war ich verzweifelt in diesem Jahr? Wie oft wollte ich den verdammten Laptop an die Wand werfen? Und doch – seit Langem das erste Mal… Ich bin noch immer da. Ich schreibe diesen Artikel im Editor meiner eigenen Webseite und nicht als Instagram Post. Oh man… es ist so krass, was ich in diesem Jahr lernen durfte. Vieles ist nicht so offensichtlich nach Außen, aber im Untergrund hat’s gebrodelt.

Ich nähere mich langsam der Tatsache an, dass mein Hirn möglicherweise doch nicht so funktioniert, wie es als normal beschrieben wird. Ich versuche da meinen Weg zu finden und probiere an unterschiedlichen Stellschrauben zu drehen. Meine größte Hürde ist oft, das Aufgeben oder besser es nicht zu Ende zu bringen.

Selfie Ulrike Kesse mit offenen Haaren, die seitlich fallen, buntem Schal um den Hals. Blick leicht nach unten, kleines Lächeln
Sonne im Herzen und im Hintergrund

Aber dieses Mal wollte ich mich nicht bezwingen lassen von meinem inneren Schweinehund habe ich mich nicht an der Nase herumführen lassen. Ich habe eine Zeit lang eine Pause eingelegt, doch im Hintergrund war ich immer aktiv. Ich kann auch schlecht Nichts tun, aber das ist eine andere Geschichte.

Meine Ideen, meine Pläne sind großartig, die Umsetzung ist oft ein Problem. Ich denke, damit bin ich nicht allein. Der Alltag ist voller Tätigkeiten, die uns durch den Tag tragen, wenn wir nur immer drauflegen, wird’s eher ein Scheiterhaufen als ein schönes und wärmendes Lagerfeuer.

Meine Vision und meine Mission haben mir geholfen und sie werden immer klarer.

In meiner Vision bin ich global flexibel und halte mich dort auf, wo ich mich aufhalten möchte. Ich fliege zur Taufe meiner Enkelkinder und zur Hochzeit meines Sohnes. Ich verbringe Zeit mit meiner Familie, egal wo auf diesem Planeten sie sich befinden und ich arbeite auch. Ich kann mir meine Zeit einteilen und kann die schönen Dinge mit ihr verknüpfen. Dies verbinde ich mit meiner Leidenschaft für das individuelle Lernen, mit meiner Leidenschaft die Kinder zu sehen und sie zu unterstützen, auf Augenhöhe. Ich bin die geborene Lehrerin, aber nicht so typisch im Frontalunterricht und mit riesigen Klassen. Da verbrenne ich vermutlich eher wegen Erschöpfung. Ich will das Kind hinter dem Schüler oder der Schülerin sehen und ich möchte Eltern unterstützen.

Ich ❤

Meine Business-Freundin Michaela Weissert zitierte letztens ihre Coachin Olga Ganje: „Du entwickelst die Dinge im Gehen.“ und ich werde das jetzt auch einfach mal testen. Momentan arbeite ich an meinem Angebot für euch da Draußen. Ich arbeite an der Umsetzung! Naja, ich erzähle euch davon. Das ist bekanntlich der erste Schritt. Dies ist mein Commitment! (Brr, ist das Wasser kalt.)

Meine Idee: deutschsprachige Kinder im Ausland beschäftigen sich mit der deutschen Sprache, ganz nebenbei. In den Osterferien wird es einen ersten Testlauf für ein virtuelles Feriencamp geben und danach kann dann der German Art (and more) Club im Mai mit ersten Kindern starten. Drückt mir die Daumen, dass es dieses Jahr etwas wird mit meinem Traum!

virtuelles Feriencamp zu Ostern 2024
individuelle Sitzungen, Einzelunterricht Deutsch
Deutsch mit Kunst und mehr, Germand Art (and more) Club

Möchtest du informiert werden? Dann melde dich gerne zu meinem Newsletter an. Ab Januar 2024 geht es los!

Ich bin eine Netzwerkerin und trotzdem erschöpfen mich soziale Kontakte

Mitte des Jahres bin ich mit dem Human Design in Berührung gekommen. Vorher hatte ich eher so verschwörungstheoretische Gefühle dazu, aber ich wollte offen sein. Es hat sich gelohnt…

Ich kann noch nicht so richtig viel dazu sagen, aber ich habe gelernt, dass ich dies tun darf:

  1. Checken, ob die Gefühle zu mir gehören.
  2. Checken, inwieweit es JETZT relevant ist.
  3. Checken, ob es noch das Richtige ist.

Es fühlt sich ein wenig wie ein Leitfaden an, der meine Potentiale sieht. Ich bin ein Arbeitstier – Generator – mit einer unerschöpflichen Energie. Da diese momentan gefühlt so rar ist, darf ich schauen, wie ich meine Energie einsetze.

Weggabelung mit Bäumen in der Mitte. kleines Kind nimmt rechte seite
Ich gehe meinen Weg!

Ich darf auf mein Bauchgefühl hören. Das ist eigentlich die Schönste Nachricht und, dass ich Menschen mag, also mich gerne mit ihnen vernetze. Da ich sehr offen bin für Emotionen und Schwingungen, darf ich dann schauen, in welchem Umfeld ich mich befinde und wie lange ich mich in bestimmten Situationen diesem aussetze.

UND ich darf ausprobieren, alles, was ich mir in meinem Kopf zusammenspinne, wenn ich inspiriert werde. Ich darf scheitern und wieder aufstehen. Ich darf Fehler machen und aus ihnen lernen. (Hab grad ein wenig Pipi in den Augen.)

Ich gehe meinen Weg.

Ich finde meine Stimme, meine Werte

Es ist vielleicht bekannt, dass ich sehr gerne singe. Das ist kein Geheimnis. Ich glaube, nicht viele wissen, dass ich mich im realen Leben eigentlich kaum trau(t)e, meine Meinung zu äußern, für mich und meine Werte einzustehen, geschweige denn, welche zu haben. Vielleicht gehe ich auch deshalb den Menschen im Moment mehr auf den Keks.

Ulrike Kesse lächelt in die Kamera, hat Kopfhörer auf dem Kopf. Die linke Hand ist am Gesicht, wobei der Zeigefinger an der Schläfe liegt und der Rest der Hand locker fällt.
Ich bin bereit!

Ich habe es in diesem Jahr gewagt, an der ein oder anderen Stelle, meine Stimme zu finden und das Gute daran ist, ich lebe noch. Es war zum Teil sehr unangenehm und mit krassen körperlichen Reaktionen verbunden, aber: Ich lebe noch. Es war nicht lebensbedrohlich! Das sind gute Erfahrungen. ❤

An dieser Stelle geht ein Shoutout an meine Business-Freundin Marlene von Stark und verletzlich.

Mein Leben in Wellen, in Phasen, in Zyklen…

Oft bleibe ich einfach lieber zu Hause. Ich bin schon gesellig, aber wie oben erwähnt, erschöpfen mich Begegnungen. Das Leben besteht viel aus Alltag und ist oft gar nicht so exotisch wie es angenommen wird. Die Kinder gehen in die Schule, mein Mann fährt ins Büro und ich versuche mich an meinen eigenen Projekten. Manchmal liege ich den ganzen Tag bis zum Abholen auf dem Sofa und schaue fern. Und manchmal packt es mich dann doch und dann befinde ich mich plötzlich auf einem super schönen Konzert oder schau mir geile Bilder in einer Galerie an.

Ich darf viele Dinge ausprobieren, es ist okay zu scheitern. Ich werde daraus lernen, ich muss mir dafür aber Zeit nehmen. Diese Zeit ist ja da UND da darf ich Prioritäten setzen. Social Media ist es nicht!

Ich brauche viel Ruhe und Muße. Ich brauche viel Musik und Tanz. Ich glaube, das beschreibt es ganz gut.

Ich bin.

Meinen eigenen Körper zu beobachten und weniger im Funktioniermodus zu existieren, ist eine große Herausforderung, habe ich doch gelernt, wir sind nur wertvoll, wenn wir leisten. Einen Schritt zurückzutreten und von Außen auf das eigene Leben zu schauen, ohne Optimierungszwang, ist ein echtes Privileg Ich bin dafür sehr dankbar.

Ich durfte lernen, ich fühle mich nicht immer gleich, und das darf die Außenwelt sehen. Ich bin nicht immer gleich und das ist okay. Die Natur wirkt in Zyklen, so auch wir.

Loslassen, um freier zu sein oder Abschied, um etwas Neues zu beginnen

Loslassen ist definitv eines der Themen, die mich das ganze Jahr über begleitet haben. Immer wieder durfte ich erfahren, wie heilsam es ist, Dinge loszulassen, von denen ich zuvor glaubte, dass sie sein müssen. Diese haben mir zunächst wirklich Spaß gemacht, wurden dann aber leider eher zu einem Klotz am Bein. Ich musste diese Dinge aber tun, um zu erfahren, was ich wirklich wollte. Dies ermöglicht mir Stück für Stück meiner eigenen Wahrheit näher zu kommen.

Der erste LkW mit UNSEREM Kram.
Diese Kartons sind bereits leer.

Diesen Sommer kam dann endlich unser Container aus Argentinien, nach fast genau einem Jahr. Ich kann es noch immer nicht fassen, dass es so lange gedauert hat. HIER habe ich mehr drüber geschrieben.

Über Privilegien und Toleranz

Meine Lebensentwurf beinhaltete kein Leben im Ausland, nicht mal eine Sekunde hatte ich an so etwas gedacht. Manchmal spielt das Leben und es hat sicher einen Grund. Ich bin um so viele Erfahrungen reicher UND weiß meine Privilegien zu schätzen UND weiß, dass mein Blick auf die Dinge immer nur ein Blick von mehreren ist.❤️ Dafür bin ich sehr dankbar.

Ich möchte, dass meine Kinder Deutsch lernen. Ich möchte, dass sie später alle Freiheiten haben, die sie wollen in Bezug auf ihre deutsche Herkunft und Muttersprache. Und doch kann ich ihnen die Sprache nicht ins Gehirn pflanzen. Ich kann an Stellschrauben drehen, das Herz sind jedoch sie selbst. Sie brauchen die Bereitschaft dazu.

Ich gebe, was ich kann.

Das war ein Prozess. Zunächst versuchte ich als ihre Lehrerin, ihnen Deutsch beizubringen. Dann überkamen mich unangenehme Gefühle, wenn sie immer mehr Englisch miteinander sprachen. Ich wurde richtig wütend. Ich bin dabei loszulassen. Das ist kein Aufgeben! Ich werde weiter mein Möglichstes tun, um Situationen zu schaffen, dass sie mehr Deutsch lernen und sich sogar kompetent darin ausdrücken können, aber ich werde mich nicht mehr schuldig fühlen! Bei den beiden Jüngsten „darf ich noch mit aufs Spielfeld, aber bei [den Großen] sitze ich bereits auf der Ersatzbank.“ (sinngemäß aus „10 Dinge, die ich an dir hasse„), und das ist der natürliche Lauf der Dinge.

Meine 3 liebsten eigenen Blogartikel des Jahres

In die ersten zwei Blogartikel sind viel Erfahrung und Herzblut hineingeflossen, weshalb sie zu meinen liebsten Artikeln in diesem Jahr zählen. Der dritte Blogartikel enthält nichts weniger als meine Vision.

  • Facetime mit Kindern: Mit der Familie und mit Freunden in Deutschland Kontakt zu halten, ist kein Problem mehr durch die heutige Technik. Die Kinder bei Laune zu halten, dass sie aktiv teilnehmen, schon. Ich habe Ideen gesammelt, wie sie besser eingebunden werden können.
  • Input auf Deutsch erhöhen: Lebst du im Ausland und hast es schwer bei deiner Sprache zu bleiben? Manchmal liegt es daran, dass wir selbst unsere Sprache zu wenig hören oder benutzen. Ich habe Ideen gesammelt, dem entgegenzuwirken.
  • Was will ich bewirken: In ihrer Blog-Challenge „Blog Your Purpose“ lud Judith Peters alle blogbegeisterten Menschen ein, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen.

Mein Jahr 2023 in Zahlen

  • Spotify 11927 Hörminuten
  • 21202 Etagen und 2,6 Millionen Schritte (klingt mehr im Jahr 😅)
  • Postfach 1312 E-mails
  • Instagram-Follower 207
  • Facebook-Fans 1
  • Veröffentlichte Blogartikel 5 + 7 Rückblicke (inklusive diesem hier)

Was 2023 sonst noch los war

Ein paar Bilder, die ich im Text nicht unterbringen konnte…

Ghanaisch: Plantain mit Red Red und Reis
Eine Mumie bei 21 Grad Raumtemperatur…
International Day 2023
Zu Ramadan wird die Schule geschmückt.
Regelmäßige Besuche in der Schule
Im Auto, Gepäck bis an die Decke
On the road again.
ungeschnittene, wilde Blumenwiese
Der Sommer in Deutschland ist bunt.
vom Nil aus Blick auf die Stadt
Auf dem Nil Mittag essen und die Stadt bestaunen.
Ägyptisches Abendessen: Brot, Salat, Dips, Geflügel
Muscheln in der Wüste
Stein mit Beschriftung zur Siwa Oasis als ein geschütztes Gebiet
Die Siwa – Oase in der Libyschen Wüste.
von weit oben aus einem Hotelzimmer, Blick auf Innenstadt, sehr voll und busy
Workation-Wochenende mit Ausblick
Zu Weihnachten wird die Schule geschmückt.

Meine Ziele für 2024

2024 kann kommen…

Hier sind meine Ziele für das neue Jahr:

  • Bucket List für 2024 erstellen 🥳 Ich würde so gerne mein Leben wieder etwas selbstbestimmter leben, eigene Pläne schmieden. Dafür will ich mir eine Bucket Liste erstellen. Ich habe letztens festgestellt, ich kann und darf auch mal ohne Kinder und Mann reisen. ❤
  • Als Expertin bloggen… 💡 Ich weiß, was ich weiß. Ich weiß aber auch, dass ihr das vermutlich nicht wisst. Das ist der Grund, weshalb ich gerne mehr Expertinartikel bloggen will. Ich nehme mir mal ganz kühn einen dieser Artikel pro Monat vor.❤
  • Ich möchte mehr singen. 🎶 Ich weiß noch nicht in welchem Rahmen und wie ich das dann auch zeitlich umsetzen werde, aber ich würde diese Ressource gerne mehr pflegen.❤
  • Ich setze meine (Angebots-)ideen um. ✅ Das virtuelle Feriencamp geht zu Ostern in die erste Runde. Der German Art (and more) Club geht im Mai/Juni an den Start. Ich arbeite das Jahr über in individuellen Sitzungen mit Kindern an ihren Deutschkompetenzen.
  • Mein Motto für 2024 FOKUS! 🍀 Ich werde mich ausschließlich auf die Inhalte hier konzentrieren und andere Projekte ruhen lassen. Ich darf meinen Posten als „Class mom“ noch beenden, werde ihn aber im August nicht wieder aufnehmen. Ich habe mich aus freiwilligen Elterngruppen bereits abgemeldet.❤

 

Ich helfe deutschsprachigen Eltern, in die Umsetzung zu kommen und ihre Muttersprache ohne Zwang an ihre Kinder weiterzugeben.

 

Du willst mehr lesen? Dann schau mal hier!

12 von 12 im Februar 2024

12 von 12 im Februar 2024

Heute heißt es wieder „12 von 12“, der großartigen Blogparade von Draußen nur Kännchen. Einmal im Monat nehme ich dich mit in Teile meines Alltags... #1 Die Sonne geht auf. Es ist 5.54 Uhr 😭 #2 ...wenige Minuten später: Das ist ein Sonnenaufgang! #3 Rollläden...

Fun Facts über mich

Fun Facts über mich

Ich bin im Osten Deutschlands (DDR) geboren, als die Mauer noch stand. Ich habe 4 Kinder. Die Älteste und der Jüngste sind fast genau 9 Jahre auseinander. Mein Jüngster ist in Argentinien geboren worden. Ich habe noch im Studium geheiratet, aber unser erstes Kind kam...

6 Kommentare

  1. Liebe Ulrike,
    danke für den tollen Jahresrückblick. Was Du alles machst und wieviel Du reist. Das ist sehr beeindruckend für mich.
    Viel Erfolg, Deine Ziele zu erreichen.
    Herzliche Grüße Martina

    Antworten
    • Liebe Martina,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Im Nachhinein dachte ich selbst, das war echt viel. Kein Wunder, dass ich eine Pause brauch(t)e. Diese habe ich mir über Weihnachten gegönnt.
      Ich freue mich über dein virtuelles Daumendrücken. ❤
      Lieben Gruß,
      Ulrike

      Antworten
  2. Liebe Ulrike,
    es war sehr spannend für mich, deinen Rückblick auf dein Jahr zu lesen. Vor allem deine inneren Hürden auf dem Weg ins eigene Business kommen mir sehr bekannt vor.
    Als Logopädin kann ich dir sagen, dass deine Expertise absolut gebraucht wird. So viele Familien finden es schwierig, ihren Kindern die Minderheitssprache mit auf den Weg zu geben. Du kannst da bestimmt viel erreichen und bewirken. Ich wünsche dir alles Gute für 2024!
    Liebe Grüße, Wiebke

    Antworten
    • Liebe Wiebke,
      das von dir zu hören, bedeutet mir grad echt viel.❤ Vielen Dank für deine Offenheit.
      Ich folge dir bereits eine Weile und mag deinen Content.
      Lieben Gruß und vielen Dank fürs Daumendrücken,
      Ulrike

      Antworten
  3. Liebe Ulrike,

    was für ein spannender, sehr persönlicher Jahresrückblick! Ich finde es toll, wie offen du deine Gedanken und Gefühle teilst – auch die unangenehmen. Viel zu oft beschönigen wir die Dinge – gerade auf Social Media.

    Von dem, was du beschreibst, gehört du zu den ambivertierten Menschen. Das ist eine Mischung aus extrovertiert und introvertiert, über die selten geschrieben wird. Gesellige Menschen, die dennoch viel Ruhe brauchen, um ihre Akkus wieder aufzuladen. Grundsätzlich mag ich keine Schubladen, doch diese Erkennis hat mir selbst geholfen, mich besser zu verstehen.

    Viele Grüße
    Miriam von Mama liebt Listen

    Antworten
    • Liebe Miriam,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ich freue mich, wenn die Art wie und worüber ich schreibe, ankommt.
      „Ambivertierte“ Menschen klingt interessant, das werde ich mal in Google tippen.
      Danke,
      Ulrike

      Antworten

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