Was will ich bewirken?

von | Mai 29, 2023 | Gedanken und Persönliches | 0 Kommentare

In ihrer Blog-Challenge „Blog Your Purpose“ lädt Judith Peters alle blogbegeisterten Menschen ein, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen.

Darüber nachzudenken, was ich in meinem Leben bewirken möchte, kratzt an meinem Selbst und Weltschmerz macht sich in mir breit. Es fühlt sich an, als wäre alles, was ich mir vorstellen könnte, nicht gut genug, zumindest nicht gut genug für einen Blogartikel. Oder so groß, dass ich, als kleines Licht auf diesem Planeten, sowieso nichts bewirken kann.

Ich fragte mich, wen interessiert es, was ich denke? Wen interessiert es, was ich zu sagen habe?

Glaubenssatz, ick hör dir trapsen…

BUT… it’s a Challenge. So I will challenge myself and just blog like nobody’s reading…

reACTIVATE your Heart

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass die Welt um uns herum immer härter wird und dass die Antworten, die Menschen darauf finden, oft mehr Härte bedeuten? Die Schwierigkeit daran ist, dass es oft die Schwächsten unserer Gesellschaft trifft, die Kinder. So richtig bewusst wird mir da, seit ich selber Kinder habe. Ich will da nicht mehr mitmachen.

Ich will, dass Kinder als Menschen gesehen werden, die sie sind. „Gescheiterte Erziehung“ bedeutet nicht, dass die Kinder nicht hören; denn es geht nicht darum, dass sie funktionieren. Lies den Satz gerne noch einmal: Es geht nicht darum, dass die Kinder funktionieren, sondern es geht darum, dass sie eigene Bedürfnisse haben, eigene Wünsche und Träume. Es geht darum, dass wir es gemeinsam schaffen, alle unsere Bedürfnisse zu sehen und miteinander ins Gespräch zu kommen, echte Kompromisse zu finden.

Ich habe keine Lösung und kein Konzept. Ich bin Mutter und die angesprochene Entwicklung schmerzt mich.

Ich bitte dich daher „Reactivate your Heart“!

 

 

Kinder sind Menschen

Auch ich habe an einem Punkt begonnen. Du kannst das auch.

Im November 2016 hatte ich einen Tiefpunkt erreicht. Wir lebten frisch im Ausland. Meine große Tochter begann in Frage zu stellen, was ich sagte. Ich spürte, um sie dazu zubringen, zu machen, was ich wollte, müsste ich strenger, härter – gewaltvoller – werden. Das war ein Punkt, an dem mein Körper mir ganz deutlich sagte, und mein Verstand stimmte ihm zum Glück zu, bis hier hin und nicht weiter. Ich bin beiden bis heute dankbar dafür.

Ich recherchierte und stieß auf unerzogen und auf derKompass von Ruth Abraham und später auf viele andere in diesem Bereich. Seit dem setze ich mich mit diesen Gedanken auseinander; mit dem Gedanken, dass Kinder Menschen sind (eigentlich klar, oder?!) und auch so behandelt werden sollten (mmmh…naja). Es war ein steiniger und wehrsamer Weg und ist es noch immer, aber ich finde langsam zu einer Haltung, mit der ich mich mehr und mehr identifizieren kann.

Kinder werden nicht als tabula rasa geboren. Sie müssen nicht einfach nur von uns gefüllt werden und am Ende sind sie fertige Menschen. Nein. Sie dürfen Fehler machen. Sie müssen sie sogar machen. Nur so lernen sie daraus. Jedoch gibt es unterschiedliche Wege, sie darauf aufmerksam zu machen.

Der Preis ist zu hoch.

Und doch, ich verstehe dich. Es ist so verdammt schwer! Wir alle waren Kinder und haben Vieles so ganz anders erlebt. Wie oft komme ich an meine Grenze, wie oft zweifle ich. Gewalt scheint so viel einfacher, weil die Kinder dann so reagieren, wie wir es wollen. Aber zu welchem Preis?

Und wir nennen es ja auch nicht Gewalt, denn wir wissen „Gewalt ist böse.“ und dies führe dazu, dass wir uns schlecht fühlen. Wir wollen uns nicht schlecht fühlen. Wir wollen die Kontrolle behalten und, dass es funktioniert. Ergo, geben wir die Verantwortung an unsere Kinder ab. Oder wir verpacken die Gewalt (den Wolf) in einen Schafspelz namens Belohnung, nette Worte, Lob.

Das bringt mich zu meinem nächsten Punkt, denn ich will in Schule für diese Haltung einstehen. Ich weiß jedoch auch von der anderen Seite, dass es in einem System aus dem vorherigen Jahrhundert nicht so einfach ist, diese Haltung zu zeigen und zu leben.

Schulen, die Kinder in den Fokus rücken

Es gibt viele Dinge, die nicht kindgerecht sind, an sehr vielen Schulen.

Strafen und Belohnungen

Gerade an Schulen finde ich oft strafende bzw. Belohnungssysteme, wobei doch längst bewiesen wurde, dass diese zum einen nur kurzfristig zum Erfolg führen und zum anderen sogar schaden. Es wird mit Angst gespielt und doch sind diese Systeme meist ein Zeichen von Hilflosigkeit oder Unreflektiertheit oder sogar schlicht dem Unwillen, sich mit den Ursachen auseinanderzusetzen. Es war halt schon immer so!

An internationalen Schulen scheint der Umgang mit Kindern sehr vom Land geprägt zu sein, in denen sie sich befinden, und doch sind diese Belohnungssysteme sehr präsent und irgendwie völlig normal.

Ein anderer Blick auf Kinder ist hier wichtig. Außerdem möchte ich Aufklärung betreiben und eventuell Hilfen für Alternativen entwickeln beziehungsweise zusammentragen.

School-Life-Balance

In vielen Ländern verbringen Kinder Unmengen an Zeit in der Schule und haben nachmittags trotzdem noch Nachhilfe hier und einen Tutor da. Dies meist nicht aus freien Stücken, sondern von den Eltern aufgedrückt. Wie wäre es, wenn Bildung innerhalb der Schule geschehen würde? Was oft fehlt sind zum einen Ressourcen, aber auch die entsprechende Haltung. Wenn der Fisch auf den Baum klettern soll, muss er zwangsläufig scheitern. Es ist also schwierig, wenn alle den gleichen Inhalt in der gleichen Zeit lernen müssen.

Inklusion darf, meiner Meinung nach nicht bedeuten, alle lernen am Ende doch das Gleiche. Schule ist jedoch leider oft gar nicht individuell. Da ist kein Platz für Kinder, die etwas anderes brauchen.

Ich will, dass Kinder in ihrer Bildung mehr zu sagen haben. Es muss mehr Möglichkeiten geben, sie innerhalb des vorhandenen Rahmens, zu beteiligen; mehr ihre eigenen Interessen zu verfolgen und trotzdem zu lernen, was vorgesehen ist. (Davon gänzlich Abstand zu nehmen, ist vermutlich noch zu schwer umsetzbar, in der Realität.)

Alle machen Fehler

Wir müssen dringend unsere Fehlerkultur überarbeiten und da nehme ich mich nicht heraus. Ich selbst bin so aufgewachsen und sozialisiert, Fehler müssen unter allen Umständen vermieden werden. Fehler werden an den Pranger gestellt. Fehler führen zu Scham und Scham führt zu Gewalt oder Rückzug. Dabei brauchen wir diese Fehler und doch ist dies in Schulen noch nicht so angekommen.

Dieses Video bringt es auf den Punkt!

Systemveränderung durch Perspektivwechsel

Wenn Kinder in der Schule mehr in den Fokus genommen werden, muss klar sein, dass sich das System verändern muss. Ich möchte dazu meinen Beitrag leisten und sei es nur, einen Perspektivwechsel anzuregen. Unsere Kinder haben es verdient, in einer angstfreien Umgebung, ohne Druck zu lernen. Denn wie sollte es anders sein, dann lernen sie besser und mehr und haben auch noch Spaß dabei.

  • Und denjenigen, die jetzt unken: „Spaßgesellschaft!“ oder „Ernst des Lebens“ oder „Hat uns auch nicht geschadet.“ frage ich:
  • Sag mir, warum muss alles schwer sein, damit es sich richtig anfühlt?
  • Sag mir, warum kannst du nicht fühlen, dass es dir doch geschadet hat?
  • Sag mir, was ist falsch daran, dass mir Lernen Freude bereiten soll?

Eine Bühne für meine Gedanken

Ich stehe ja selbst eigentlich gar nicht so gerne im Mittelpunkt. Mein Körper reagiert dann sofort mit Stress. Und trotzdem möchte ich raus auf die Bühne. Ich fange erst einmal klein an, indem ich hier und auf Social Media sichtbar werde.

Es ist die Idee, die raus soll auf die Bühne. Dabei geht es am Ende doch weniger um mich. Ich bin sehr dankbar für diese Erkenntnis aus „Still und Stark“ Podcast von Melina und Timon Royer.

Und doch kann ich mir vorstellen, mit Musik und Gesang auf einer echten Bühne tatsächlich im Mittelpunkt zu stehen, denn das Singen gibt mir Kraft und trägt mich. Singen kennt keine Angst. Vielleicht finde ich eine Möglichkeit, beides zu verbinden.

Meine Schule für die Kinder dieser Welt

Ich denke in der Regel positiv. Ich bin zwar misstrauisch, aber grundsätzlich positiv in meiner Einstellung. Daher wage ich, einen weiteren großen Traum zu träumen. Eine eigene Schule zu gründen, die diese oben beschriebenen Werte lebt und weiterentwickelt. Eine Schule für die Kinder dieser Welt. Und vielleicht sogar ein Konzept zu erstellen, dass auf viele Schulen ausgeweitet werden kann, in vielen Ländern und Städten.

  • Sie soll die Kultur des Landes einbeziehen und einen friedvollen Blick auf Kinder leben.
  • Sie soll unter anderem die Sprache des Landes lehren und Erkenntnisse zu kind- und hirngerechtem Lernen nicht außer Acht lassen.
  • Sie soll bezahlbar und den Unterrichtenden eine Lebensgrundlage sein.
  • Sie soll unabhängig sein und nicht politisch oder religiös.

Es ist ein Privileg, so frei im Denken zu sein und in die Lage versetzt zu werden, überhaupt darüber nachdenken zu können. Das ist mir bewusst. Ich empfinde dafür eine große Dankbarkeit.

Fazit und Ausblick

Es wird nicht der letzte Artikel gewesen sein. Ich sehe diesen Artikel als einen Anfang. Dies ist ein Anfang in Richtung meines Weges. Was ist mein nächster Schritt? Ich kann es dir nicht sagen, aber bleib gerne dabei und folge mir und meinem Weg.

DREAM BIG!

 

Ich helfe deutschsprachigen Eltern, in die Umsetzung zu kommen und ihre Muttersprache ohne Zwang an ihre Kinder weiterzugeben.

 

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